Verein Deutscher Bibliothekare e. V.Regionalverband Südwest : "Marketing von bibliothekarischen Produkten und Dienstleistungen im Internet": Fortbildungsveranstaltung am 25. November 1999 in Mannheim |
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"Marketing von bibliothekarischen Produkten und Dienstleistungen im Internet": Fortbildungsveranstaltung am 25. November 1999 in Mannheim
Programm
10:00-12:30 Uhr: Marketing von Bibliotheken - Vom Marketingkonzept bis zur
Multimedia-Kommunikation im World Wide Web
Ausgehend von einer statistischen Untersuchung der Qualität von
Internet-Präsentationen deutscher Bibliotheken wird versucht, einen Bogen
von strategischen Marketingzielen bis hin zu den Inhalten einer
Multimedia-Kommunikation von Bibliotheken im World Wide Web zu spannen.
Grundthese ist die Notwendigkeit eines umfassenden Marketingkonzeptes für
eine einzelne Bibliothek oder auch für nationale Bibliothekssysteme
(Branchenmarketing). Das heißt: Das Erstellen einer Internet-Site
alleine, ohne jede weitere Marketingaktivität, dürfte kaum
zielführend sein. Erforderlich ist ein ganzheitliches Konzept, angefangen
bei Zieldefinitionen, Stärken-Schwächen-Analysen und
Plazierungvorgaben über empirische Marktforschung (Nutzer- bzw.
Nicht-Nutzer-Analysen, Segmentierungen und Zielgruppenbestimmung) bis hin zum
operativen Marketing mit seinen fünf Teilbereichen (1) Produktpolitik, (2)
Preispolitik, (3) Distributionspolitik, (4) Personalpolitik und (5)
Kommunikationspolitik. Bei der Kommunikationspolitik unterscheiden wir
"Push"-Ansätze (etwa Media-Werbung oder
Öffentlichkeitsarbeit) und "Pull"-Ansätze (etwa Homepage im
Internet).
Die Multimedia-Präsentation einer Bibliothek im Internet hat sowohl eine
Funktion als kommunikationspolitisches Instrument als auch eine Funktion
bibliothekarischen "E-Commerce", insofern neue Produkte im Netz
kreiert werden (Beispiel: Buchbestellung im Anschluß an eine
OPAC-Recherche und Lieferung des Buches per Boten an Privatadresse oder an den
Arbeitsplatz).
Besonderes Augenmerk sollte man auch auf Database-Marketing und Data-Mining
richten. Über systematisches Analysieren von Nutzergewohnheiten im Rahmen
von Data-Mining sind Informationen über gewisse Kundensegmente zu
erhalten. Diese Information sowie weitere, bei der Anmeldung erfragte
Informationen gestatten beim Database-Marketing eine kundenspezifische
Direktkommunikation.
Letztlich sind die Spezifika des Kommunikationskanals World Wide Web zu
beachten. Welche Inhalte sind überhaupt in welcher Form zu kommunizieren?
Was zeichnet eine erfolgreiche Multimedia-Kommunikation aus?
Die Veranstaltung ist als Seminar konzipiert. Passagen mit Vortragscharakter
werden sich mit Diskussionsphasen ablösen. Lehr- und Lernziele sind (A)
Schaffen eines grundlegenden Verständnisses für die Erfordernisse
eines ganzheitlichen Marketing in Bibliotheken sowie (B) Vermittlung von
Basiswissen im Bereich elektronischer Marketingmaßnahmen.
Literatur
Marketing allgemein: Heribert Meffert; Manfred Bruhn:
Dienstleistungsmarketing. Grundlagen - Konzepte - Methoden. - Wiesbaden:
Gabler, 21997.
Marketing von Bibliotheken: Konrad Umlauf: Bibliotheksmarketing. -
Berlin: Humboldt-Universität, 1997. - (Berliner Handreichungen zur
Bibliothekswissenschaft und Bibliothekarausbildung; 34).
Kommunikationsinstrumente von Bibliotheken: Heiko Jansen: Der
Einsatz kommunikationspolitischer Instrumente an Bibliotheken. - Köln:
Fachhochschule Köln / Fachbereich Bibliotheks- und Informationswesen,
1999. - (Kölner Arbeitspapiere zur Bibliotheks- und
Informationswissenschaft; 16).
Multimedia-Kommunikation von Bibliotheken: Kristen L. Garlock;
Sherry Piontek: Designing Web Interfaces to Library Services and Resources. -
Chicago: American Library Association, 1999.
Barbara Teller: Bibliotheken im Internet. Eine Evaluierung der
Qualität von Internet-Präsentationen deutscher Bibliotheken. - In:
nfd. Information - Wissenschaft und Praxis 49 (1998), 415-419.
Seminarleitung: Prof. Dr. Wolfgang G. Stock
(Fachhochschule Köln / Fachbereich Bibliotheks- und Informationswesen)
14:00-16:00 Uhr: Fallbeispiele aus der Praxis
- UB Freiburg. Dr. Wilfried Sühl-Strohmenger
- UB Mannheim: Dr. Wolfgang Schibel
- StB Stuttgart: Johannes Auer
Moderation: Christian Benz (UB Mannheim)
Bericht
Am dritten Tag der Bibliothekstage Baden-Württemberg 1999, die dieses
Jahr in Mannheim stattfanden, fand zum ersten Mal eine gemeinsame
Fortbildungsveranstaltung der drei Personalverbände VDB, VdDB und vba auf
Landesebene statt.
Das Thema der Fortbildungstagung "Marketing von bibliothekarischen Produkten und
Dienstleistungen im Internet" fand bei allen Verbänden
großen Interesse. Der vba war mit 21 Teilnehmern am stärksten, VDB
und VdDB waren jeweils mit 12 Mitgliedern vertreten. Insgesamt nahmen mit 12
Verbandsexternen 57 Personen an der Tagung teil.
Prof. Dr. Wolfgang Stock von der FH Köln bereitete am Vormittag den
theoretischen Boden für das weite Gebiet des Marketing. Seinen Vortrag
"Marketing von Bibliotheken - Vom Marketingkonzept bis zur
Multimedia-Kommunikation im World Wide Web" leitete er zunächst mit
einer sehr griffigen Definition des Marketing ein: "Marketing bedeutet
alte Kunden zu behalten und neue Kunden zu gewinnen."
Prof. Stock gelang es kurzweilig, die wichtigsten Aspekte des Marketings
vom strategischen Marketing der Analyse, von Stärken und Schwächen
einer Institution etc. bis hin zum operativen Marketing, was Produkt-, Preis-,
Distributions-, Personal- und Kommunikationspolitik umfasst, darzustellen.
Im zweiten Teil des Vortrages versäumte er es nicht, den Bezug zu den
Bibliotheken herzustellen, insbesondere untersuchte er hierbei den Aufbau einer
Bibliothekshomepage. Die Teilnehmer(inn)en konnten viele Anregungen mitnehmen,
wie ihre eigene "Produkte" und Dienstleistungen im WWW besser zu
vermarkten sind.
Am Nachmittag stellten Herr Dr. Sühl-Strohmenger (UB Freiburg), Herr
Dr. Schibel (UB Mannheim) und Herr Auer (StB Stuttgart) Fallbeispiele des
Bibliotheksmarketing vor, die sich gut ergänzten. Dr.
Sühl-Strohmenger stellte das Gesamtkonzept an Marketingmaßnahmen der
UB Freiburg vor, Dr. Schibel hob bestimmte Produkte der UB Mannheim, wie z.B.
MATEO oder die CD-ROM "Die 21 aesopischen Fabeln" hervor. Herr Auer
rundete den Nachmittag mit der Vorstellung des WWW-Konzeptes der
Stadtbücherei Stuttgart ab, in dem er veranschaulichte, wie Information
mit Kreativität verbunden werden kann.
Die anschließende lebhafte Diskussion bestätigte das große
Interesse am Thema Marketing, sowohl vonseiten der wissenschaftlichen als auch
der öffentlichen Bibliotheken.
Das Vorbereitungsteam, Herr Sühl-Strohmenger (UB Freiburg), Frau
Höser (WLB Stuttgart) und Herr Seeger (ekz Reutlingen), kann die erste
gemeinsame Veranstaltung als Erfolg verbuchen. Dazu trug auch die reibungslose
Organisation der UB Mannheim und die gelungene Moderation durch den Leiter der
Bibliothek Christian Benz bei.
Christine Schneider (Schriftführerin des VDB-Regionalverbandes
Südwest)
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